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(calli) Am Donnerstag, den 03.08.2006, frühmorgens um 4.45 Uhr machten sich zehn Kameraden unserer RK auf den Weg, um dem Jagdgeschwader 71 „R“ in Wittmund, Ostfriesland, einen Besuch abzustatten, welchen unser Kamerad Fw Stefan Lorenz (Anm. der Redaktion: intern auch Lorenz IV genannt), durch sein großes Engagement überhaupt erst ermöglicht hatte. Voller Euphorie und mit einem gesunden frühmorgendlichen Appetit ausgestattet, steuerten wir kurz vor dem Ziel einen „königlichen“ Fast-Food Tempel an, der zu unserer Verwunderung leider nicht geöffnet war. Von dieser Misere ließen wir uns jedoch nicht zurückschlagen und steuerten kurzerhand und unbeirrt einen unweit an der Autobahn gelegenen Konkurrenten an, wodurch wir doch noch in den Genuss eines leckeren Frühstückes kamen. Gut gespeißt und voller Tatendrang steuerten wir unser Ziel an, wo wir sogleich sehr freundlich von dem Projektfeldwebel, Fähnrich Duismann, in Empfang genommen wurden, welcher uns als Führer zur Seite gestellt wurde und uns einen umfassenden Einblick in den Tagesablauf dieses Jagdgeschwaders ermöglichen sollte. Uns wurde zunächst ein kurzer Geschwaderfilm über den Fliegerhorst Wittmund und über die Geschichte des JG 71 Richthofen gezeigt, welches immerhin seit über 40 Jahren seinen Standort in Wittmund, Ostfriesland, hat. Im Anschluss daran besichtigten wir die wehrhistorische Sammlung, die mit einigen seltenen und historisch bedeutenden Exponaten bereichert ist. Dann wurden wir in einem sehr modernen und komfortablen Bus zu den Instandhaltungshallen gefahren und besichtigten die Instandsetzungsstaffel, wo uns Herr OFw Rehfeldt die einzelnen technischen Informationen über die F-4 Phantom sehr kompetent erläuterte. Das bestaunen und ertasten einer Maschine war ausdrücklich gewünscht. Hierdurch bekam man einen umfassenden Eindruck von dem doch mittlerweile nicht mehr so ganz neuem Flugzeug, denn schließlich wurde dieser Bautyp Ende der 50er Jahre ursprünglich als trägergestützter Abfangjäger für die US Navy entwickelt und diente in der Bundesluftwaffe ursprünglich nur als Übergangslösung zwischen Starfighter und dem Tornado. Da aber die Abfangjägerversion des Tornado in Deutschland nie eingeführt wurde, blieb die F4 weiter im Dienst der Bundeswehr. Es bleibt festzuhalten, dass die Flugzeuge aber alle einen sehr soliden Eindruck machten. Weiter ging es zur Start- und Landebahn, wo wir die zahlreichen grandiosen Starts der Jets beobachten konnten. Selbst unser Spieß, StFw d. R. Karl-Heinz Soyka, war, wie wir alle, absolut fasziniert von diesen beeindruckenden Flugzeugen. Bemerkenswert war auch, dass die Flugzeugcrews uns immer sehr freundlich zuwinkten. Nach einem sehr leckeren Mittagsessen setzten wir unsere Besichtigung fort und konnten die Towerbesatzung bei ihrer Arbeit beobachten. Der Towerdienstleitende Hauptmann erklärte uns detailliert die Aufgaben der Flugüberwachung. Kombiniert mit der Radarüberwachung, die wir danach in Augenschein nehmen konnte, bildet sie ein ausgeklügeltes und äußerst sicheres System. Während der Besichtigung der Fliegerhorstfeuerwehr mit den einzelnen Einsatzfahrzeugen, konnten wir, quasi als „Schmankerl“ den Start der Alarmrotte bestaunen. Die lufthoheitlichen Aufgaben dieser Alarmrotten (je zwei Jagdflugzeuge in permanenter Alarmbereitschaft, auch QRA - Quick Reaction Alert genannt), besteht in erster Linie in der Identifizierung sowie dem möglichen Abfangen unbekannter und nicht identifizierter Flugziele. Die interessante Ausstellung historischer Flugzeuge fand im Anschluss ein ebenso reges Interesse. Man konnte, neben der Me Bf 106 G Trop , die sich im Übrigen noch in einem flugfähigen Zustand befindet, eine F-104 Starfighter und eine F-86 Sabre in der Ausstellung bestaunen. Dieser sehr interessante und informative Besuchstag endete schließlich mit einem Empfang im Offiziersheim, wo wir zusätzlich noch die Bekanntschaft mit dem Kommodore, Oberst Christian Badia, machten, welcher uns, wenn auch nachträglich, sehr nett und freundlich in seinem Geschwader begrüßte. Es kann sicherlich festgehalten werden, dass es ein sehr gelungener Tag war, der allen mitgereisten noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
RK Attendorn zu Besuch beim Jagdgeschwader Richthofen